Eröffnung: Freitag, 5. Juni 2026, 18.00 Uhr
Inauguration Party: 21.00 – 00.00 Uhr w/ DJs Murat Önen, Merkush, Maria Wildeis
Ausstellung: 5.6. – 5.7.2026
Psychic Literacy versammelt Arbeiten aus Keramik, Installation und Malerei zwischen Science-Fiction, Architekturmodell und spekulativem Artefakt. Organische Formen treffen auf technische Strukturen, futuristische Türme wirken wie Relikte unbekannter Zivilisationen. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Maschine und Monument, zwischen Erinnerung und Vorahnung.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Objekte und skulpturale Formen, die an hybride Technologien, archäologische Fundstücke oder Artefakte verlorener Zivilisationen erinnern, ohne sich eindeutig entschlüsseln zu lassen. Ihre Ästhetik bewegt sich zwischen futuristischem Apparat und antikem Keramikobjekt, zwischen Maschine und Ritualgegenstand. Dadurch entstehen Assoziationen zu Antennen, Sendern oder unbekannten Werkzeugen und eröffnen Fragen danach, wie Wissen, Wahrnehmung und Verbindung in möglichen Realitäten organisiert sein könnten.
Der Begriff Psychic Literacy beschreibt dabei die Fähigkeit, unsichtbare Strukturen lesen zu können: emotionale Energien, kollektive Erinnerungen oder Formen intuitiver Kommunikation. Die Ausstellung entwirft mögliche Wirklichkeiten, in denen Sensibilität und Technologie nicht im Widerspruch stehen, sondern miteinander verschmelzen. Dabei verweist sie auf Dimensionen, Lebensformen und Systeme, die anderen physikalischen oder sozialen Gesetzmäßigkeiten folgen könnten.
Die Arbeiten verbinden rohe Materialität mit futuristischer Ästhetik. Spuren der Handarbeit treffen auf präzise, beinahe industrielle Formen. Dadurch erscheinen die Objekte zugleich archaisch und fremdartig – wie Fundstücke aus Realitäten, die parallel zu unserer existieren könnten.
Psychic Literacy versteht sich als Denkraum über Wahrnehmung, Technologie und Imagination. Die Ausstellung lädt dazu ein, Realität nicht als etwas Festes zu begreifen, sondern als etwas Vielschichtiges, Veränderbares und Spekulatives.
Ursprünglich aus Bucaramanga, Kolumbien, stammend, ist Santiago Alvarez ein multidisziplinärer Künstler, dessen Praxis Studien in Architektur und Film miteinander verwebt, um die Beziehung zwischen Individuen und den Räumen, die sie bewohnen, zu erforschen. Seine Arbeit untersucht die sozialen, politischen und symbolischen Dimensionen kultureller Handlungen und nähert sich ihnen vor allem durch visuelle Sprache und dokumentarische Formate. Parallel dazu entwickelt er eine fortlaufende Forschung im Bereich der Keramik als ancestrale Praxis und bildet sich jährlich bei Meister:innen im Amazonasgebiet weiter – im Rahmen von Residenzen, die er von seinem Kulturraum Casa Muyska aus initiiert. Sein Ansatz beschränkt sich nicht auf die Reproduktion traditioneller Formen, sondern schlägt einen Dialog zwischen indigener Wissensvermittlung, materiellen Prozessen und einer zeitgenössischen Sensibilität vor. Daraus entstehen Werke, die zwischen Ritual, Archäologie und Spekulation oszillieren. Seine skulpturalen und installativen Arbeiten konzentrieren sich auf die Beziehung zwischen Materie, Territorium und Transformation und integrieren Prozesse wie Feuer, Erosion oder Zeit als aktive Elemente des Werks. Durch diese Mittel eröffnet er Verbindungen zwischen dem Natürlichen und dem Gebauten, dem Ahnenhaften und dem Zeitgenössischen. In der Malerei experimentiert er mit unterschiedlichen Maßstäben und Materialitäten – von Acryl bis hin zu Pigmenten aus organischen Elementen – und erweitert so seine Forschung über Materie auf die malerische Ebene.
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Ausstellungen
• 2026 MAC en el barrio – del barro a la soberanía (Puerto Rico)
• 2026 Gemeinde Köln – (Germany)
• 2026 Barro Cocina Tejido – Museo comunitario del Guainía (Colombia)
• 2025 Earthborn – (Sicily)
• 2023 Casa Muyska (Colombia) – Ceramics, Group Exhibition
• 2023 Retratos II (Colombia) – Photography
• 2022 Retratos I (Colombia) – Photography
• 2021 Hora Azul (Buenos Aires, Argentina) – Painting
• 2021 Clean Cube (Switzerland) – Video, Group Exhibition
Künstlerresidenzen
• 2024 Bread and Puppet Theater, Vermont, USA
• 2024 Casa Muyska, Amazonas – Boyacá, Colombia
• 2023 Momos de Barceloneta, Paseo 13, San Juan – Puerto Rico
• 2022 Digital Anthropologies, Brandenburg, Germany
Dokumentationen
• 2024 Ara Nama – Director
• 2018 Homeresu – Director
• 2017 Nails – Director
• 2016 Franks Puppenstube – Art Director
Fashion Films
• 2017 Clair de Lune – Director
• 2015 Together Apart – Director
Feature Films and Television
• 2018 Lifelines (Sony Pictures) – Props Assistant
• 2018 Die Sterne über uns (Das kleine Fernsehspiel / Arte) – Props Assistant
• 2017 Die Lupe – Art Director
• 2016 Paradise 3000 – Assistant Director
• 2016 Piramide Sunca – Costume Design
• 2015 Die Körper der Astronauten – Costume Design
• 2015 Die Kleine Welt – Costume Design
• 2013 Dead End – Art Director
• 2013 Camille – Art Director
• 2012 Gabriel – Art Director
Musikvideos
• 2021 Fick dein Leben – Perra Inmunda – Director
• 2021 Divide Yourself – Perra Inmunda – Director
• 2020 Corazones Madres – Perra Inmunda – Director
Theater / Performance
• GOLA / Reut Shemesh – Art Director
• 2023 La Alegradora / Poncili – Creation for the International Mural Festival of Puerto Rico – Santurce es Ley – Installation
Publikationen
• 2024 Bonitas las horas / Rodrigo Marel – Illustrations for Poetry Book
• 2021 Clean Cube – Institute für Bildene Kunst und Kulturwissenschaften, Linz – Switzerland
Die Ausstellung wird durch das Kulturamt der Stadt Köln gefördert.
