Eintritt frei. Spenden willkommen. Popcorn + Bar.
12. Juli 2025, 20.00 – 21.10 Uhr
(!) Hinweis Barrierefreiheit: Der Weg zur Ebertplatzpassage hat ein Gefälle und könnte nicht für jeden erreichbar sein. Falls deine Teilnahme nur unter der Berücksichtigung bestimmter Bedürfnisse möglich ist, sende uns gerne eine Email. kontakt@gemeinde-koeln.org (!)
Ort: Ebertplatzpassage / Gemeinde Köln, 50668 Köln.
Donnerstag, 12. Juli 2025
Filmprogramm: 20.00 – 21.10 Uhr
Parallel zum Aktionswochenende!
Ausstellungen in der Passage: 16:00 – 20:00 Uhr

Santiago Alvarez, Ara Nama, 4:34 min (Kolumbien / Deutschland)
Santiago Alvarez studierte 2014 – 2018 an der Kunsthochschule für Medien in Köln und arbeitet seitdem zwischen Berlin und Kolumbien, wo er Kunstprojekte umsetzt, die urbane Kulturen mit der Natur verbinden. Als Künstler nutzt er Film, Keramik, Malerei und das gemeinsame Kochen und Zubereiten ausgewählter Speisen. Die Casa Muyska Residenz, ein kollaboratives Kunsthaus in Boyacá, Kolumbien, ist ebenfalls eine seiner Methoden, um indigene Perspektiven und Methoden in künstlerische Praktiken einzubeziehen. Mit Hilfe des Mediums Film stellt Alvarez Kontakt zu marginalisierten Gruppen her, um deren Situation, oft am Rande großer Städte, zu beleuchten und diesen Gruppen eine Stimme zu geben.

Black Power Naps, Frontlines of All Kinds, 20 min, 2025 (Deutschland / USA)
Dieses multimediale Projekt der afrolateinamerikanischen Künstler:innen Navild Acosta und Fannie Sosa untersucht das sogenannte „Schlafgefälle“ – ein Konzept, das sich auf die ungleiche Verteilung von Zugang zu Ruhe und Erholung in Folge struktureller gesellschaftlicher Bedingungen bezieht. Die interaktive Installation beinhaltet Elemente wie ein mit Bohnen gefülltes Bett, Sauerstoff-Schaukeln und Wasserbetten, die darauf ausgelegt sind, physische Entspannung zu ermöglichen. Ziel ist es, auf institutionalisierte Erschöpfung aufmerksam zu machen.

Sharone Lifschitz, Best City in the World—Looking after Belfast (Raymond’s Loss), 19:36 min, 2010-2014 (Israel / Irland)
Das filmische Projekt Raymond basiert auf einer einwöchigen Recherche in Belfast. Nach der Veröffentlichung von Anzeigen in protestantischen und katholischen Zeitungen führte Sharone Lifschitz Gespräche mit fünfzehn Personen, die auf die Anzeigen reagierten. Diese Begegnungen wurden mittels Tonaufnahmen und Fotografien dokumentiert. Im Zentrum der Arbeit steht das Porträt von Raymond McCord, einem protestantischen Nordiren, dessen Sohn von loyalistischen Paramilitärs getötet wurde. Die künstlerische Auseinandersetzung beleuchtet individuelle Erfahrungen im Kontext des nordirischen Konflikts und verweist auf die vielschichtigen Wirklichkeiten von Erinnerung, Zugehörigkeit und öffentlichem Raum in einer postkonfliktären Gesellschaft.

Jonathan (Om) Omer Mizrahi, Active, 7 min, 2025 (Israel / Palästina)
Ursprünglich für die gemeinsame Gedenkfeier geschaffen, dokumentiert dieser Film eine Begegnung zwischen palästinensischen und israelischen Friedensaktivisten gegen die Besatzung, in der sie Gedanken über Trauer, Widerstand und Krieg austauschen. Jonathan (Om) Omer Mizrahi ist ein Künstler und Filmemacher, dessen Arbeit sich mit Machtverhältnissen, Identität und Konflikten anhand experimenteller Videoformate und Installationen auseinandersetzt. Seine Projekte befassen sich häufig mit umkämpften Räumen und Gemeinschaften und verbinden kreative Ansätze mit drängenden sozialen und politischen Themen. Om hat international ausgestellt und an Filmvorführungen und Residencies in Europa, Grönland und Israel-Palästina teilgenommen.

Kamal Aljafari, UNDR, 15 min, 2024 (Palästina / Deutschland)
Unter Verwendung von Helikopter- und Archivaufnahmen erkundet UNDR die palästinensische Wüstenlandschaft und stellt dabei uralte Geografien den menschlichen Eingriffen und der militärischen Zerstörung gegenüber. Die Luftperspektive des Films erinnert an die ständige Überwachung und gezielten Angriffe, denen Palästinenser:innen ausgesetzt sind. Alltägliche Momente – Bauern bei der Arbeit, spielende Kinder – gewinnen eine tiefere, unheimliche Bedeutung in einer Landschaft, die von Konflikt und Belagerung gezeichnet ist.
Weitere und ausführliche Informationen zu allen teilnehmenden Künstler:innen gibt es auf https://www.gemeinde-koeln.org/category/eah-2025-filmprogramm/ und der Timetable für alle Tage ist hier zu finden https://www.gemeinde-koeln.org/filmprogramm/.
Erinnerungen an Heute – ein Festival der Gemeinde Köln
Eintritt frei. Spenden willkommen.
Die Gemeinde Köln präsentiert im Sommer 2025 ein zweimonatiges Festival mit Tanz, Film und visueller Kunst. In Zusammenarbeit mit internationalen Kurator:innen und Choregraph:innen nehmen über 50 Künstler:innen an dem Projekt “Erinnerungen an Heute / Memories of Today” teil.
Unter diesem Titel werfen wir den Blick von weit vorne zurück aufs Heute. Wie verändert sich unsere Gesellschaft im Postkapitalismus, Postkolonialismus, durch Netzkapital und gezeichnet von Marginalisierung, Gewalt und Vertreibung in allen Teilen der Erde?
Das Festival möchte vielen unterschiedlichen Stimmen ein Forum geben, die Fragen an die eigene Identität stellen und Perspektiven auf viele drängende Fragen der Gesellschaft teilen.
“Erinnerungen an Heute” wird vom 11.–13. Juli 2025 eröffnet und läuft bis zum 28. August. Das Eröffnungswochenende findet zeitgleich mit zahlreichen Events am Ebertplatz statt, u.a. das Aktionswochenende “Sorry, We’re Open”, das vom Brunnen e.V., dem Zusammenschluss aller Kunsträume am Ebertplatz, organisiert wird.
Alle Filme im Überblick:
https://www.gemeinde-koeln.org/category/eah-2025-filmprogramm/
Open Air + Passagen-Filmprogramm
arthouse, independent, experimentell
12. Juli, ab 19.00 Uhr,
und vom 17.7. – 28.8.2025 jeden Donnerstag, 19:00 – 21.00 Uhr
Gemeinsam mit den Kurator:innen Alisa Berger, Kuei-Pi Li, Aleksi Soselia (Georgian Video Archive) und Tenzin Tsetan Choklay (Drung Filmmakers Collective, Tibet/Dharamsala) hat Gemeinde Köln unter der Leitung von Maria Wildeis ein Filmprogramm aus Kurz- und Langfilmen zusammengestellt, das über mehrere Wochen in einer Kino-Lounge gezeigt wird, welche exklusiv für die Passage und den Kunstraum Gemeinde entwickelt wurde.
Die Filmauswahl möchte einen fragmentarischen und möglichst heterogenen Einblick auf drängende Themen unserer Zeit verschaffen. Ausgeliefert einem Sog der Machtverteilung und territorialer Konflikte, Gewalt und Ungerechtigkeit, geprägt von Kapitalismus, Social Media, Imperialismus, Kolonialismus und Glaubensfragen öffnen die Protagonisten mögliche Räume für marginalisierte Perspektiven und verweisen auf Hoffnung, Träume und Beharrlichkeit.
Ein Filmprogramm mit:
Alisa Berger, Amir Youssef, Anhar Salem, Anna Japharidze, Basma al-Sharif, Black Power Naps, Cătălina Bucos & Ada Kopaz, Che-Yu Hsu & Wan-Yin Chen, Fabiana Fragale; Kilian Kuhlendahl; Jens Mühlhoff, Drung Artist Collective, Georgian Video Archive, Hester Yang, Jan Soldat, Jonathan Omer Mizrai, Julie Černá, Kamal Aljafari, Mikolaj Sobczak & Nicholas Grafia, Mukaddas Mijit & Bastien Ehouzan, Posak Jodian, Raphael Reichl, Santiago Alvarez, Sharone Lifschitz, Shinpei Takeda, Sonam Tseten, Stefan Ramirez Perez, Steffen Köhn & Johannes Büttner, Tenzin Kalden, Tenzin Wangjor, Total Refusal, Uli Golub, Ulu Braun, Wato Tsereteli, WU Chi-Yu, Zura Tsofurashvili; Aleksi Soselia; Scott McCulloch; Dima Dadiani; Magic Steven
Förderung und Sponsoring
Das Projekt “Erinnerungen an Heute / Memories of Today” wird gefördert durch:
- Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (Diversitätsfonds)
- Kulturamt der Stadt Köln
- Unser Ebertplatz / startklar a+b GmbH
- Gaffel Kölsch

