Eintritt frei. Spenden willkommen. Popcorn + Bar.
7. August 2025, 20.00 – 21.45 Uhr
(!) Programm heute 1 h später wegen Konzerten in der Passage (!)
(!) Hinweis Barrierefreiheit: Der Weg zur Ebertplatzpassage hat ein Gefälle und könnte nicht für jeden erreichbar sein. Falls deine Teilnahme nur unter der Berücksichtigung bestimmter Bedürfnisse möglich ist, sende uns gerne eine Email. kontakt@gemeinde-koeln.org (!)
Ort: Ebertplatzpassage / Gemeinde Köln, 50668 Köln.
Donnerstag, 7. August 2025
Filmprogramm: 20.00 – 21.45 Uhr
Open Air Konzert in der Passage: 18.00 – 20.00 Uhr (INFO)
Ausstellungen in der Passage: 16:00 – 20:00 Uhr

Hester Yang, Undesirables, 17:30 min, 2022 (England)
The Undesirables ist ein fortlaufendes Mixed-Media-Projekt, das die geheime Zwangsrepatriierung chinesischer Seeleute aus Liverpool in den späten 1940er-Jahren aufdeckt. Diese Migranten wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von britischen Behörden als „unerwünscht“ eingestuft und verschwanden ohne Erklärung – zurück blieben Familien, die in Schweigen und Verlust gefangen sind. Mehr Informationen hier.

Sonam Tseten, Pema, 19:23 min, 2019 (Tibet / Dharamsala)
In dieser eindringlichen Exilgeschichte erzählt Pema von der emotionalen Zerrissenheit der titelgebenden Protagonistin, die schon als Kind von ihren Eltern getrennt wurde und in der Ferne aufwuchs. Als ihr längst verschollener Vater Kelsang unerwartet in McLeod Ganj auftaucht, wird das innere Vakuum in ihr sichtbar. Mit sorgfältig komponierten Bildern – Fenster, Wände und Glasscheiben – vermittelt der Film auf subtile Weise die Trennlinien zwischen Exil, Identität und Versöhnung.
Pema war Teil des Kurzfilmprogramms des Tibet Film Festival 2023 und wurde zusammen mit eindrucksvollen Werken wie Settlement, Hunter and the Skeleton, Dhulpa und Pure Land gezeigt – ein eindrucksvolles Panorama zeitgenössischer Erfahrungen der tibetischen Diaspora. Mehr Informationen.

Alisa Berger, K-Saram: Tale of the Pig Head, 27:59 min, 2021 (Deutschland / Russland / Südkorea)
(Titelbild) Etwa 500.000 ethnische Koreaner leben in der ehemaligen Sowjetunion. Die meisten ihrer Vorfahren waren gezwungen, während der japanischen Annexion (1910-1945) zu fliehen und wurden später Opfer von Stalins “Großer Säuberung”.
Im Zentrum von „K-SARAM: Tale of Pig Head“ stehen die Koryo-Saram-Gemeinschaft in der russischen Stadt Rostow am Don und das Ahnenritual “Jesa”, das die Stereotypen der koreanischen und russischen Nationalitäten, die kollektive Erinnerung an die koreanische Diaspora und den Wunsch der Koryo-Saram nach einer Vereinigung von Süd- und Nordkorea thematisiert. In der Darstellung zeigt sich die aktuelle Identitätskrise der ethnischen Koreaner, deren Nostalgie sowohl der Heimat ihrer Vorfahren gilt als auch ihrer neuen Heimat Russland. Diese besondere russische Heimatliebe bietet einen weiteren Einblick in die sowjetische Geschichte dieser marginalisierten Gruppen und das postsowjetische Denken. Mehr Informationen hier.

Uli Golub, Notes from Underground, 13:23 min, 2016 (Ukraine)
Notes from Underground ist ein digitaler Installationsfilm, der die klaustrophobische Welt eines Messies in einer postkatastrophalen Wohnung rekonstruiert – vollständig aufgebaut aus Fotografien und 3D-Compositing. Inspiriert von Künstler*innen wie Ilja Kabakow und Kurt Schwitters verbindet der Film surreale digitale Landschaften mit einem persönlichen Überlebens-Tagebuch als Voiceover, das auf aktuellen Ereignissen in Charkiw basiert. Mehr Informationen hier.

WU Chi-Yu, 45nm-Wind Test + Process, 4:30 min, 2008 (Taiwan)
Aus einem Ort, der einst für Fälschungen bekannt war, hat sich Taiwan zu einem entscheidenden Akteur in der globalen Halbleiterindustrie entwickelt. Die Gegenwart und Zukunft der Insel sind untrennbar mit den Dynamiken des internationalen Handels und der Fertigung verwoben. Dieses Werk bezieht sich auf den damals hochmodernen 45-Nanometer-Halbleiterprozess. Eine nächste Generation eines piratierten sog. “Wafers” wurde sorgfältig in mehreren Acrylschichten von Hand bemalt. Mit einem Durchmesser von 45 Zentimetern ist der Wafer so leicht und widerstandsfähig wie ein Frisbee und man stellt sich vor, er funktioniere selbst in der extremen Hitze eines Vulkans. Ausführliche Informationen hier.

Amir Youssef, APOLÉON, 14:21 min, 2024 (France / Egypt)
In einer surrealen Neuinterpretation der Geschichte erweckt “Apoléon” ein Diorama aus dem Musée de l’Armée in Paris zum Leben, das Napoleons Ägyptenfeldzug gewidmet ist. Figuren aus dem Militärmuseum schließen sich der Expedition an – nur um der zerbrochenen Nase der Sphinx gegenüberzustehen. Durch diese seltsame Begegnung hinterfragt der Film koloniale Mythen und die Absurdität des Krieges. Mit einer Mischung aus Animation, Skulptur und filmischer Inszenierung schafft der ägyptische Künstler Amir Youssef eine witzige, aber präzise Reflexion über Militarismus, Geschichtsbewusstsein und postkoloniale Kritik. Mehr Informationen.
Weitere und ausführliche Informationen zu allen teilnehmenden Künstler:innen gibt es auf https://www.gemeinde-koeln.org/category/eah-2025-filmprogramm/ und der Timetable für alle Tage ist hier zu finden https://www.gemeinde-koeln.org/filmprogramm/.
Erinnerungen an Heute – ein Festival der Gemeinde Köln
Eintritt frei. Spenden willkommen.
Die Gemeinde Köln präsentiert im Sommer 2025 ein zweimonatiges Festival mit Tanz, Film und visueller Kunst. In Zusammenarbeit mit internationalen Kurator:innen und Choregraph:innen nehmen über 50 Künstler:innen an dem Projekt “Erinnerungen an Heute / Memories of Today” teil.
Unter diesem Titel werfen wir den Blick von weit vorne zurück aufs Heute. Wie verändert sich unsere Gesellschaft im Postkapitalismus, Postkolonialismus, durch Netzkapital und gezeichnet von Marginalisierung, Gewalt und Vertreibung in allen Teilen der Erde?
Das Festival möchte vielen unterschiedlichen Stimmen ein Forum geben, die Fragen an die eigene Identität stellen und Perspektiven auf viele drängende Fragen der Gesellschaft teilen.
“Erinnerungen an Heute” wird vom 11.–13. Juli 2025 eröffnet und läuft bis zum 28. August. Das Eröffnungswochenende findet zeitgleich mit zahlreichen Events am Ebertplatz statt, u.a. das Aktionswochenende “Sorry, We’re Open”, das vom Brunnen e.V., dem Zusammenschluss aller Kunsträume am Ebertplatz, organisiert wird.
Alle Filme im Überblick:
https://www.gemeinde-koeln.org/category/eah-2025-filmprogramm/
Open Air + Passagen-Filmprogramm
arthouse, independent, experimentell
12. Juli, ab 19.00 Uhr,
und vom 17.7. – 28.8.2025 jeden Donnerstag, 19:00 – 21.00 Uhr
Gemeinsam mit den Kurator:innen Alisa Berger, Kuei-Pi Li, Aleksi Soselia (Georgian Video Archive) und Tenzin Tsetan Choklay (Drung Filmmakers Collective, Tibet/Dharamsala) hat Gemeinde Köln unter der Leitung von Maria Wildeis ein Filmprogramm aus Kurz- und Langfilmen zusammengestellt, das über mehrere Wochen in einer Kino-Lounge gezeigt wird, welche exklusiv für die Passage und den Kunstraum Gemeinde entwickelt wurde.
Die Filmauswahl möchte einen fragmentarischen und möglichst heterogenen Einblick auf drängende Themen unserer Zeit verschaffen. Ausgeliefert einem Sog der Machtverteilung und territorialer Konflikte, Gewalt und Ungerechtigkeit, geprägt von Kapitalismus, Social Media, Imperialismus, Kolonialismus und Glaubensfragen öffnen die Protagonisten mögliche Räume für marginalisierte Perspektiven und verweisen auf Hoffnung, Träume und Beharrlichkeit.
Ein Filmprogramm mit:
Alisa Berger, Amir Youssef, Anhar Salem, Anna Japharidze, Basma al-Sharif, Black Power Naps, Cătălina Bucos & Ada Kopaz, Che-Yu Hsu & Wan-Yin Chen, Fabiana Fragale; Kilian Kuhlendahl; Jens Mühlhoff, Drung Artist Collective, Georgian Video Archive, Hester Yang, Jan Soldat, Jonathan Omer Mizrai, Julie Černá, Kamal Aljafari, Mikolaj Sobczak & Nicholas Grafia, Mukaddas Mijit & Bastien Ehouzan, Posak Jodian, Raphael Reichl, Santiago Alvarez, Sharone Lifschitz, Shinpei Takeda, Sonam Tseten, Stefan Ramirez Perez, Steffen Köhn & Johannes Büttner, Tenzin Kalden, Tenzin Wangjor, Total Refusal, Uli Golub, Ulu Braun, Wato Tsereteli, WU Chi-Yu, Zura Tsofurashvili; Aleksi Soselia; Scott McCulloch; Dima Dadiani; Magic Steven
Förderung und Sponsoring
Das Projekt “Erinnerungen an Heute / Memories of Today” wird gefördert durch:
- Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (Diversitätsfonds)
- Kulturamt der Stadt Köln
- Unser Ebertplatz / startklar a+b GmbH
- Gaffel Kölsch

